Nachhaltige Ernährung  

Nachhaltige Ernährung  

Nachhaltig Kochen
Zusammenfassung für das  Interview  „Treffpunkt Südtirol“-Der Radio Rundblick“ ,
Rai Sender Bozen am 06.06.2019 11:00 Uhr

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Nachhaltigkeit“?
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ bedeutet, dass jeder von uns nur soviel verbrauchen sollte, damit es auch für die Zukunft reicht.
Wir verbrauchen heute aber weitaus mehr und  leben somit auf Kosten der künftigen Generationen.
Der Begriff „Nachhaltigkeit“ begleitet uns nun schon viele Jahre, insbesondere in Zusammenhang mit Energieverbrauch. Aber auch im Bereich Ernährung kann man sehr viel tun.‘
Mir geht es in erster Linie darum, konkrete Maßnahmen, die jeder in seinem Alltag umsetzen kann, anzuschauen.
Zahlen die darüber Auskunft geben, wie viel Wasser, Böden usw. ein Stück Fleisch verbraucht sind natürlich wichtig, sie führen aber bei den meisten Menschen nicht zu einem wirklichen Umdenken. Ich glaube, dass das einfach für uns oft zu weit entfernt ist und wir es uns nicht bildlich vorstellen können.
Viel interessanter finde ich, was jeder von uns tagtäglich berücksichtigen kann, um nachhaltiger zu leben.

Nachfolgend einige Anregungen:

Einkauf

  • Der Einkauf mit einem Einkaufzettel und wenn möglich ohne Hunger ist nicht nur gut für die Brieftasche, sondern verhindert natürlich auch, dass zu viel eingekauft wird. Denn die Folge davon ist natürlich, dass viel weggeworfen wird. Auch Angebote wie „nimm drei, zahl zwei“ sollten für Lebensmittel nur bei wirklichem Bedarf angewandt werden.
  • Beim Einkauf darauf achten, dass wir weniger Fertigprodukte und weniger verpackte Produkte Inzwischen gibt es auch Geschäfte, die Lebensmittel offen anbieten, wo ich nicht nur Verpackungsmüll einspare, sondern auch die Menge nehmen kann, die ich wirklich benötige.
  • Wo immer möglich nach Saison und biologisch Biologisch heißt weniger Spritzmittel, Kunstdünger, also mehr Biodiversität und wohl auch mehr Gesundheit.
  • Auch regional einkaufen ist sehr wichtig. Einfach darauf achten, dass exotische Lebensmittel die Ausnahme bleiben und nicht die Regel sind.
  • Plastik vermeiden wo es nur geht, neben den Lebensmitteln die Getränke miteinbeziehen.
  • Wann immer möglich mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sein und natürlich auch den Einkauf weitgehendst nicht mit dem Auto erledigen.
  • Beim Einkauf von Küchenutensilien auf Qualität achten, denn so hat man länger und wirft weniger weg.
    PfannenB. aus Eisen, Edelstahl, Keramik, Email, Antihaft nicht über 200°C erhitzen
  • Auch bei Neuanschaffungen von Küchengeräten sich gut beraten lassen und dabei langfristig denken.

Aufbewahrung der Lebensmittel

  • Zu Hause zum aufbewahren wiederverwertbare Behälter wie z.B. Gläser verwenden und Wegwerfartikel weitgehenst vermeiden.
  • Lebensmittel zu Hause richtig lagern, z.B. Kartoffeln, Mehl und Müsli sollte man kühl, dunkel und trocken lagern. Die meisten anderen „trockenen“ Lebensmittel zumindest kühl und gut verschlossen.
  • Nachfolgend ein link wie man die Lebensmittel im Kühlschrank richtig einräumt.
    https://utopia.de/galerien/lebensmittel-nicht-im-kuehlschrank-lagern/

Kochen

  • Selbst kochen mit frischen Zutaten spart viel Verpackungsmüll und ist natürlich weitaus gesünder.
  • Für Hülsenfrüchte einen Schnellkochtopf verwenden
  • Tierische Lebensmittel* reduzieren, denn sie produzieren sehr hohe Treibhausgase im Gegensatz zum Gemüse (Das Umweltbundesamt schätzt aktuell, dass die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch bis zu 28 kgTreibhausgase verursacht, während es bei Obst und Gemüse weniger als 1 Kilogramm sind). Durch die Massentierhaltung fällt eine übergroße Menge an Gülle an, die dann auf den Feldern und in Gewässern landet.
    * Rodungen von Urwäldern für Weideland und zahlreichen Monokulturen, Chemieeinsatz: Unkrautvernichtungsmittel, Schädlingsbekämpfung, …, übermäßiger Antibiotika und Medikamenteneinsatz, Wasserverbrauch, Überfischung, …
  • Beim Fischkauf auf das Level „nachhaltige Fischerei“ MSC achten oder Fisch regional einkaufen.
  • Auch das Fermentieren, also das Haltbarmachen von Lebensmittel ist nicht nur interessant, sondern auch gesund.

Anderes

  • Verpackungsmüll vermieden, Gurken die einzeln in Plastik verpackt sind am besten im Laden lassen, Stoffsäcke zum Einkauf verwenden, …
  • Die Spülmaschine voll machen, spart Energie und Wasser
  • Auch auf die Auswahl der Putzmittel sollte man achten. Vorzugsweise ökologische Reinigungsmittel  verwenden und auch hier Nachfüllmaterialien
  • Den Müll trennen und ordnungsgemäß entsorgen

Ein Hilfsmittel um den persönlichen Verbrauch zu errechnen ist der „persönlicher Fußabdruck“ den jeder im Internet berechnen kann. Der Ökologische Fußabdruck ist ein komplexer Nachhaltigkeitsindikator, der berücksichtigt, dass alle natürlichen Rohstoffe, die wir zum Essen, Wohnen, Reisen etc. verbrauchen, Platz zum Nachwachsen auf unserem Planeten benötigen. Ebenso braucht die Natur Ressourcen, um unsere Abfälle abzubauen (z.B. Wälder, um das CO2 zu binden, …)
https://www.wwf.ch/de/nachhaltig-leben/footprintrechner
https://www.footprintnetwork.org/

 

Es entstehen immer mehr Bewegungen:
Eine davon heißt Refill & Chill mit dem Ziel die Umwelt zu schützen, weniger Plastikabfall produzieren und Familien zu helfen.
Dieses Symbol am Eingang von Geschäften, Lokalen und Privathäusern heißt, dass man hier seine Wasserflasche kostenlos auffüllen kann.
https://www.refillandchill.org/
https://looking4.bz.it/wp/verzeichnisse/anbieter/pqr/refill-chill/

 

Weiterführende Gedanken
Dass jeder von uns durch sein Verhalten viel zur Erhaltung unseres Lebensraumes beitraten kann ist nur eine Seite der Medaille.
Die andere Seite betrifft die Gesetzgebung, die sehr viel tun könnte, aber sehr zögerlich reagiert.
Dazu gehört die Besteuerung von Lebensmitteln. Diese muss sich anpassen. Produkte wie Fleisch, Milch usw. müssen wesentlich höher versteuert werden wie Gemüse und Bio sollte nochmal niedriger besteuert werden als herkömmlich. Bauern die ihre Tierhaltung an die Größe ihres Hofes anpassen, müssen stärker subventioniert werden, hingegen die Massentierhaltung muss runtergefahren werden. Leider ist es heute immer noch andersrum, denn sonst würden Fleischprodukte nicht zum „Schleuderpreis“ auf den Markt kommen.
Aber auch die Verpackungsindustrie muss sich ändern. Nutzhanf ist sehr vielfältig und kann Plastik ersetzen, aber auch hier muss die Gesetzgebung reagieren.

 

Links

 PDF Nachhaltig Kochen.pdf

Christine Messner, Vahrn/Schalders, 39042 Brixen – Italien
Tel. 0039  3338958173
Email christine@ernaehrung-brixen.it
FB www.facebook.com/ernaehrungbrixen